Das Vermächtnis des Verrats
Das Vermächtnis des Verrats
 by Various

Das Vermächtnis des Verrats
Das Vermächtnis des Verrats
 by Various

Autor:Various
Die sprache: deu
Format: mobi
veröffentlicht: 2016-04-20T15:14:36+00:00


Schlächternägel

Aaron Dembski-Bowden

Vor dem Aufstieg des Primarchs, vor seiner Gefangennahme, hatte das Schiff einen anderen Namen getragen. In jenen unschuldigeren Tagen hatte es die Sterne als die Eiserne Entschlossenheit befahren, das Flaggschiff der War-Hounds-Legion.

Doch die Zeit veränderte alle Dinge. Jetzt waren die Krieger der XII. Legion die World Eaters und ihr Flaggschiff trug den Namen Eroberer.

Sie ähnelte kaum noch dem Schiff, das sie einst gewesen war. Die Eroberer, mit ihren brutal zerfurchten Panzerplatten und den unzähligen hervorstechenden Geschützbatterien, war zu einem kruden Bollwerk geworden, das jedes Kriegsschiff im imperialen Raum übertraf.

Sie saß mit heruntergefahrenem Antrieb an der Spitze der immensen Schlachtflotte im Raum. Reihenweise Geschützbatterien waren auf das goldene Kriegsschiff gerichtet, welches die gegnerische Flottille anführte.

Das feindliche Schiff hatte seinen Namen nicht geändert. Abgesehen von der Schändung der imperialen Adler, die einst die Befestigungen an der Oberseite des Schiffs verziert hatten, trug es lediglich die Kampfnarben, die es sich im Namen des Aufstandes verdient hatte. Dies war das Flaggschiff der XVII. Legion und sein Name war auf Hochgotisch in seinen Bug eingearbeitet: Fidelitas Lex – das Gesetz des Glaubens.

Die Word Bearers und die World Eaters standen kurz vor einem Krieg. Hunderte von Schiffen hingen in der kalten Leere und jede Seite wartete darauf, als Erstes zu feuern.

Auf der Brücke der Eroberer waren dreihundert Seelen mitten in ihrer Pflichtausübung verharrt. Die einzigen Geräusche kamen vom Hintergrundmurmeln der Servitors, die stumpfsinnig ihrer Arbeit nachgingen, und dem allgegenwärtigen Grollen des Schiffsreaktors.

Die meisten dieser Seelen, menschliche und posthumane gleichermaßen, durchlebten gemischte Emotionen. In manchen vermischte sich Angst mit schuldbewusster Aufregung, während in anderen die Erwartung zu einem Gefühlsrausch wurde, der nicht weit vom Zorn entfernt war. Jedes einzelne Augenpaar war auf den Oculusschirm fixiert und betrachtete die Flotte, die sich dahinter befand.

Eine Gestalt ragte über allen anderen auf. Sie war in golden-bronzene Ceramitschichten gehüllt und betrachtete den Oculus mit geschmälerten Augen. Dort, wo andere ein Lächeln tragen mochten, zeigte er einen Spalt aus Nervengewebe und rissigen Zähnen. Wie alle seine Brüder ähnelte er seinem Vater, wie eine Statue einem Mann ähnelte, zu dessen Ehre sie errichtet worden war. Doch diese Statue wurde durch Sprünge und Mängel verunstaltet – ein Muskelzucken an den Augen, eine vernarbte Kluft, die über seinen kahl rasierten Schädel verlief.

Er hob eine gerüstete Hand und kratzte sich am Hinterkopf, wo eine alte Wunde nicht richtig verheilen wollte. Schließlich holte er Atem und sprach mit der Stimme eines Mannes, der von Schmerzen abgelenkt wurde.

»Wir könnten das Feuer eröffnen. Wir könnten die Hälfte ihrer Schiffe in erkaltete Wracks verwandeln und Horus würde es nie erfahren.«

Hinter ihm räusperte sich Schiffsmeisterin Lotara Sarrin auf ihrem erhöhten Thron.

Der statuenhafte Krieger wandte sich nicht zu ihr um. »Hng. Wolltest du etwas sagen, Schiffsmeisterin?«

Lotara schluckte, bevor sie sprach. »Mein Lord –«

»Ich bin niemandes Lord. Wie oft muss ich das noch sagen?« Er wischte sich mit dem Handrücken den Beginn eines Nasenblutens ab. »Sag, was du zu sagen hast.«

»Angron«, sagte sie und wählte ihre Worte vorsichtig. »Wir können das nicht tun. Wir müssen die Gefechtsbereitschaft aufheben.«

Jetzt drehte der Primarch sich um.



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